Kinderbrillen Myanmar Good Seeing - Better Learning
Kinderbrillen    Myanmar Good Seeing- Better Learning  

Projektbeginn: Die erste Woche

Verkaufsstände an der 19. Straße in Mandalay

Warum fahrt ihr ausgerechnet nach Myanmar? Das war eine der Fragen, die uns oft gestellt wurde und deren Beantwortung sich aus der Heimat nicht unbedingt erschließt. Doch wenn man hier ist, in Mandalay, und die Freundlichkeit, Offenheit und Herzlichkeit der Menschen erlebt und gleichzeitig die Bedürftigkeit und den Mangel sieht, der überall vorherrscht, dann weiß man sehr schnell und genau, warum Myanmar ein Land ist, für das es sich lohnt, sich zu engagieren.

Auf dem Fußballplatz wird eigentlich immer gespielt

Die Phaung Daw Oo Monastic High School ist eine kleine Oase inmitten eines Gewirrs aus Straßen mit überbordendem Verkehr, Garküchen, Marktständen und Werkstätten, die dicht an dicht die Straßen säumen und sie für Fußgänger fast unpassierbar machen. Die Klosterschule macht trotz ihrer Größe von 7000 Schülern einen geordneten Eindruck. Von früh morgens bis spät abends ist hier etwas los, auf dem kleinen Fußballplatz in der Mitte wird fast rund um die Uhr gekickt. Viele Schüler kommen hier nicht nur zum Lernen hin, sie leben und wohnen hier. An der Schule wird viel gelacht und gespielt und selbst der flüchtige Besucher merkt, dass hier nicht immer nur stur auswendig gelernt und wiederholt werden soll, sondern ein eigenständiges Lernen gefördert werden soll.

Bei den Augentests zeigen die Kinder auf verschiedene Symbole

Und in diesem Rahmen können wir unser Projekt „Good Seeing – Better Learning“ starten: Wir wollen im ersten Schritt generell die Sehfähigkeit der 5 – 8-jährigen Kinder dieser Schule überprüfen, um im zweiten Schritt die sehschwachen Kinder kostenlos mit einer Brille auszurüsten. Dafür sind wir von der H.I.T.-Stiftung des Hamburger Augenarztes Dr. Peter Kaupke geschult und mit Untersuchungsgeräten und -materialien ausgerüstet worden. Karl Bruch vom Förderverein Myanmar hat vorab die organisatorischen Vorbereitungen für unser Projekt geleistet und mit Moet Moet Hlaing sogar eine Assistentin gewinnen können, die uns im Kontakt mit den Kindern und Lehrern unterstützen wird.

Viele der 7000 Schülern leben auch in der PDO

Und diese Vorarbeiten zahlen sich sofort aus: An unserem ersten Projekttag begrüßt uns zunächst Win Aung, der „Büroleiter“ des Förderverein, und geht mit uns die Pläne unseres dreimonatigen Aufenthalts durch. Anschließend besuchen wir U Nayaka, den Principal und Schulleiter der Phaung Daw Oo, dem das angstfreie Lernen seiner Schüler eine Herzensangelegenheit ist. Wir überreichen ihm eine Bild unserer Heimatstadt Hamburg – viel Eis, Schnee und Wasser ist zu sehen, also das, was es hier eher weniger gibt! Und dann drückt Moet Moet schon ein wenig aufs Tempo: Um 9:00 Uhr soll es schließlich losgehen! – und um 9:00 Uhr geht es auch los. Moet Moet führt die ersten Kinder in den Untersuchungsraum, Sabine beginnt bei unserem Untersuchungskind 001 mit dem Nahtest, danach folgt bei Thomas der Ferntest der Augen. Zum Schluss kommt der Autorefraktor zum Einsatz, ein Gerät zur Messung von Sehstärke, Augenachsen, Pupillenabstand und einigen weiteren Werten. Alles zusammen wird auf einem Bogen erfasst, der später von Dr. Kaupke endgültig medizinisch befundet wird. Denn wir sind keine Augenärzte oder Optiker, die es braucht, um eine verlässliche Diagnose für jedes einzelne Kind zu erstellen.

Erst werden beide Augen getestet, dann einzeln links und rechts

In der ersten Projektwoche untersuchen wir 113 Kinder aus dem Kindergarten und der Stufe Grade 1. Wir haben 113 Mal in neugierige und freundliche Kinderaugen geblickt. Viele Kinder hatten gute Augenwerte und diejenigen, die sie nicht erreichten, soll nun geholfen werden. Ganz allgemein gelten rund 20 Prozent der Kinder als sehschwach. Nächste Woche geht es weiter. Wir reisen zu den drei Schulen, die der Förderverein in Mingun unterstützt – und freuen uns schon jetzt darauf.